Leseprobe "Noahs Baumhaus"

„Richtig königlich ist es hier!“, gibt Noah bewundernd zu. François zieht eine Augenbraue nach oben:

„Es ist angemessen! Ich bin ein Rassekater und nicht dafür gemacht, im Dreck zu hausen, wie die anderen.“ „Also bist du immer hier und nie draußen auf dem großen Hof?“ „Was soll ich denn da?“,

fragt der Kater irritiert. „Na mit den anderen spielen zum Beispiel.“, antwortet Noah. „Ach so ein Quatsch, ich würde mir nur mein schönes Fell beschmutzen. Außerdem habe ich hier drinnen alles, was man für ein schönes Leben braucht und noch viel mehr!“ François macht einen großen Satz und landet sanft und völlig geräuschlos auf einem der roten Samtkissen. „Ich mache jetzt ein kleines Schönheitsschläfchen. Schau dich ruhig noch um. Niemand hat sonst die Ehre, das Haus von innen zu sehen. Genieße es!“




Noah schaut sich jeden Raum in Ruhe an. Im Wintergarten steht eine große Glasschüssel voll mit bunten Süßigkeiten. Zu Hause sagen Noahs Eltern immer, dass zu viele Süßigkeiten nicht gesund sind, aber hier sieht ihn ja keiner. Er setzt sich auf einen der bequemen Liegestühle und futtert ein Bonbon nach dem anderen. Durch die großen Scheiben hat er einen guten Blick auf den Hof. Noah beobachtet das bunte Treiben vor der Scheune. Selbst der kleine Fuchs ist mittlerweile voller Schlamm und spielt mit den anderen. Auch wenn François hier in seinem kleinen Palast alles hat, was man sich nur wünschen kann, scheinen die Tiere da draußen viel mehr Spaß zu haben. Noahs Magen grummelt. „Vielleicht waren es jetzt doch ein paar Bonbons zu viel?“ Noah verzieht sein Gesicht und stellt die Schüssel zurück auf den Tisch.




Vorsichtig schleicht er sich am schlafenden François vorbei, welcher sich kurz umdreht und dann gemütlich weiterschnarcht. Als Noah leise die Tür hinter sich schließt und erwartungsvoll zur Scheune blickt, sind auf einmal alle Tiere verschwunden. Verwundert schaut er sich auf dem Hof um. Da sieht er eines der kleinen Ferkel durch die Scheunentür huschen. Als er durch den Türspalt hinein in die Scheune schaut, sieht er, dass sich alle Tiere um einen alten Esel versammelt haben...